Sport

Das neue Energiewunder-Stadion

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SC-Freiburg-Neubau setzt Maßstäbe

Das neue Bundesliga-Stadion des SC Freiburg setzt internationale Maßstäbe. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem südbadischen Sport-Club und dem Freiburger Energiedienstleister badenova sprach Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn heute von der größten Stadion-Fotovoltaikanlage weltweit.

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Auf 15.000 Quadratmetern wird eine 1,8 Millionen Euro teure Dachanlage künftig 2,3 Megawatt Strom erzeugen. Die deutlich ältere Anlage auf dem alten Schwarzwaldstadion ist für 250.000 Kilowatt-Stunden gut.

Von dem nahen Chemieunternehmen Cerdia (früher Rhodia) in der Engesserstraße wird das neue Stadion mit Fernwärme versorgt. Damit soll die inklusive Erschließungskosten rund 130 Millionen Euro teure Freiburger Arena am Flugplatz insgesamt CO2-neutral sein. Was aus Kostengründen noch nicht umgesetzt wurde, ist der Einbau eines Batteriespeichers zur Notstromversorgung; hier soll vorerst ein Dieselaggregat vorgehalten werden.

Dafür gibt es bei den 2.000 Kfz- und 3.600 Fahrradstellplätzen zehn E-Auto-Ladesäulen und etliche E-Fahrrad-Ladeständer. Auch mehr und schnellere Handy-Verbindungen als im alten Stadion sollen künftig gewährleistet sein.

Was die Inbetriebnahme des neuen Stadions in der Bundesliga anbelangt, hofft der SC auf eine Punktlandung zum ersten Liga-Heimspiel am 20. bis 22. August. Noch ist dies jedoch aufgrund von Verzögerungen beim Innenausbau unklar.

Auch der neue Stadionname steht noch nicht fest. Man befinde sich in finalen Verhandlungen mit einem kommerziellen Namensrechtpartner, sagte SC-Vorstand Oliver Leki. Dies könne bald spruchreif sein. Ansonsten sei das Stadion bereits komplett "ausvermarktet".

Eine Freiburger Fan-Gruppierung hatte den Stadtteilnamen "Mooswaldstadion" ins Spiel gebracht. "Energiewunder-Stadion" könnte auch passen.

Das alte Schwarzwaldstadion soll - vorbehaltlich einer entsprechenden Gemeinderatsentscheidung - auch weiterhin vom SC betrieben werden. Hier sollen künftig die SC-Bundesliga-Frauen und alle Mädchenmannschaften angesiedelt werden. Auch könnte hier die gerade in die dritte Liga aufgestiegene, zweite SC-Profi-Mannschaft ihre Heimspiele austragen.

Da es um das neue Stadion noch juristische Auseinandersetzungen um Abendspielzeiten gibt, soll das alte Schwarzwaldstadion zudem bis auf weiteres mit einer Doppelgenehmigung auch als Bundesliga-Ausweichstadion in Freiburg Dienst tun.

Durch einen Rückbau des Parkplatzes vor der Haupttribüne und einen Abbau der Gegentribüne zum Strandbad hin könnten hier dann später neue Trainingsplätze entstehen.
 

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Freiburgs OB Martin Horn, von abicker

Großes Bild oben: Das neue SC-Stadion harrt im Juni seiner Zukunft. Foto: Arne Bicker / Studio Südbaden

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