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Unser EM-Experte Marcel Reif im exklusiven Interview

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„Danke. Nächste Frage.“ #reiffürdentitel

Fußballexperte und Kommentatoren-Ikone Marcel Reif ist unser Radio Regenbogen EM-Experte. Im exklusiven Interview erzählt er, wo er Die Mannschaft bei diesem Turnier sieht, wer sein Geheimfavorit ist und dass er sich aufs "Radio machen" freut!

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Herr Reif, glauben Sie, dass Deutschland mit diesem Kader Europameister werden kann?
„Naja, bis auf ein paar Veränderungen sind das doch alle Weltmeister. Also, dann müssen wir alle schon davon ausgehen, dass sie es werden können. Ganz sicher.“

Gibt es einen entscheidenden Faktor für das Deutsche Spiel?
„Wissen Sie, wenn Kinder in der Schule eine gute Note schreiben, und kurz darauf ist die nächste Arbeit, dann muss ich davon ausgehen, dass da die Leistungsbereitschaft nachlässt. Junge Menschen neigen dazu. Das sind junge Kerle und die sind Weltmeister geworden – viel mehr geht nicht. Wichtig wird sein, die Spannung zu halten. Das ist die einzige Gefahr. Wenn sie diese positive Einstellung hinbekommen, sind sie einer der Top-Favoriten.“

Jogi Löw ist da mit Sicherheit auch der richtige Mann dafür.
„Löw ist Weltmeistertrainer. Danke. Nächste Frage.“

Wer ist für Sie der Geheimfavorit der EM?
„Belgien hat hinreißende Fußballer, aber die werden mir auch schon seit zwei Jahren als Geheimfavorit verkauft. Die werden also wahrscheinlich so geheim bleiben, dass das keiner merkt. Frankreich ist der Top-Favorit, weil sie zuhause spielen und eine Mannschaft haben, die wieder funktioniert. Dann ist es Spanien. Wir haben zwar immer gehofft, dass Schluss ist mit der spanischen Dominanz. Aber die haben Nachwuchs, der genauso gut ist, wie der damals, als sie Weltmeister wurden. Deutschland ist dabei. Einer von den dreien wird es!“

Es ist das erste Turnier ohne Philipp Lahm. Wer kann jetzt diese Personalie ersetzen? Nicht nur spielerisch, sondern auch neben dem Platz.
„Ja, da ist so eine kleine Problematik. Aber das ist nicht mehr so wie früher. Früher, wenn ein wichtiger Spieler weggebrochen ist, hat man gleich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: ‚Wo ist die Führungspersönlichkeit? ‘ Das ist heute nicht mehr so. Die Hierarchien sind alle flacher geworden. Lahm war einer, der nicht rumbrüllt, sondern Respekt über seine Leistung bekam. Bei Schweinsteiger jetzt habe ich ein großes Fragezeichen. Ich denke, wir müssen es uns abschminken, dass da einer auf dem Platz steht und wie Effenberg oder Matthäus Anweisungen gibt. Ich glaube, das wird das Team leisten – und das können die auch.“

Aber wer wird Lahm spielerisch ersetzen können?
„Weiß ich nicht. Da sage ich Ihnen ehrlich: Wir haben keine Torhüterproblematik. Stürmer haben wir jetzt auch wieder einen – Mario Gomez. Sonst hatten wir ja immer nur hängende Spitzen. Im Mittelfeld sind wir hervorragend, auch in der Innenverteidigung. Die Außenverteidiger sind das große Fragezeichen. Ich höre aus Kreisen, Joshua Kimmich soll das jetzt machen. Der hat ja bei den Bayern unter Guardiola alles gelernt, außer Torhüter. Möglicherweise wird er das machen. Es sind aber alles keine gelernten Außenverteidiger. Da haben wir sicher ein Versäumnis.“

Kommen wir mal zu Ihnen persönlich. Sie haben bei Sky aufgehört, jetzt machen Sie während der EM ein bisschen TV und natürlich Radio Regenbogen. Ist danach endgültig Schluss, oder werden wir Sie weiterhin als Experte erleben?
„Das Schöne an der Geschichte ist, dass ich keinen Plan habe. Ich mache jetzt mal die EM mit dem Bauchladen, ein bisschen da was und ein bisschen da was, und dann gucken wir mal. Ich brauche erstmal ein bisschen Abstand von dem wöchentlichen Bundesliga-Stadion und zuletzt dem Champions-League-Finale. Ich sag Ihnen mal was. Also, dass ich mal zuhause rumsitze: Meine Familie lässt zuhause immer irgendwo die DVD ‚Papa ante Portas‘ liegen. Die wollen mir was sagen.“

Haben sie den denn schon mal gesehen?
„Hab ich. Und ihr könnt was erleben Freunde. Da bin ich noch nicht mit mir im Reinen“

Aber jetzt erstmal für uns als EM-Experte …
„Also ich freue mich, jetzt auch mal Radio zu machen bei euch, bei Radio Regenbogen. Erstens, bin ich euch schon längere Zeit verbunden. Zweitens, weil ich immer gerne eine Laudatio beim Radio Regenbogen Award halte und auch schon einen gewonnen habe. Ich freue mich wirklich drauf, weil es mal ein komplett anderes Medium ist, da kann ich ein bisschen schnuppern. Das wird mit Sicherheit nicht meine Zukunft werden, aber es macht Spaß und es wird bestimmt lustig.“
 

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