Familie

Schwanger mit 35: Was sind die Vor- und was sind die Nachteile?

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Mit 35 hat man bereits eine Risikoschwangerschaft. Darum ist es kein Grund zur Panik!

Laut dem statistischen Bundesamt bekommen Frauen in Deutschland ihr erstes Kind mit durchschnittlich 29,6 Jahren. Grund dafür sind Ausbildung und Erfolg im Beruf, die vor der Familienplanung stehen.

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Frauen, die mit 25 Jahren oder später ihr erstes Kind bekommen, werden als Risikoschwangere bezeichnet. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es sich auch um eine Risikoschwangerschaft handelt. 
Das liegt daran, dass das Alter einer Schwangeren als ein theoretisch mögliches Risiko gesehen wird, welches auch so im Mutterpass festgehalten werden muss. Sofern keine weiteren (chronischen) Erkrankungen Vorliegen, ist dieser Vermerk lediglich ein Hinweis für den behandelnden Frauenarzt. Dieser weiß dann, dass er auf bestimmte Werte und Befunde genauer achten muss. 

Ebenfalls haben Untersuchungen gezeigt, dass bei Frauen, die zum ersten Mal schwanger werden mit 35, das Risiko genetischer Fehlbildungen des Kindes leicht erhöht ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen ab 35 also ein Kind mit Downsyndrom bekommen liegt bei einer Quote von 3 zu 1000, während es bei einer 3ß Jährigen Frau noch bei 1 zu 1000 liegt. Das bedeutet demnach aber auch, dass von den angenommenen 1000, durchschnittlich 997 gesunde Kinder von einer 35-jährigen (oder älteren) Mutter zur Welt gebracht werden. 

Gesunde Frauen, die ein normales Gewicht haben, sich ausgewogen und gesund ernähren und die körperlich fit sind, können auch mit 35 Jahren oder älter ein gesundes Kind bekommen. Durch das strenge und sorgfältige Versorgungssystem heutzutage, sollte dem Wort „Risiko“ jedoch keine allzu große Rolle beigemessen werden. 

Was sind die Vorteile einer Schwangerschaft mit 35? 

Schwangere werden zu Beginn ihrer Schwangerschaft ohnehin und generell auf Herz und Nieren untersucht. Wer mit 35 schwanger ist, noch ein bisschen darüber hinaus. Bei einer Risikoschwangerschaft werden die Kosten für pränatal diagnostische Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Gewebeuntersuchung des Mutterkuchens von der Krankenkasse übernommen. 
Daher können durch die in einem höheren Alter nötigen Untersuchungen etwa Schwangerschaftsdiabetes, Schwangerschaftsvergiftung oder Bluthochdruck ausgeschlossen werden. Und durch die gründlichen Kontrollen können auch die Risiken auf ein Minimum reduziert werden. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Frauen, die sich bewusst dazu entscheiden, schwanger mit 35 oder später zu werden, in ihrem Leben meist gefestigt sind. Sie sind angekommen. Sie entscheiden sich an diesem Punkt ganz bewusst für ein Kind und sind sich im Klaren darüber, welche Veränderung das mit sich bringt. 

Frauen in diesem Alter besitzen meist eine finanzielle Absicherung und wissen, dass sie sich und das Kind ohne Einschränkungen – und im Ernstfall auch ohne und unabhängig vom Vater – versorgen können. Sie können daher gelassener und mit weniger Zweifel um die Zukunft des Kindes in den neuen Lebensabschnitt gehen. 

Was sind die Nachteile einer Schwangerschaft mit 35?

Mit 35 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen ab, denn der monatliche Eisprung kann ab jetzt auch ab und an mal ausfallen. Das heißt auch, dass es schwerer sein kann, mit Mitte 30 schwanger zu werden, muss es aber natürlich auch nicht. 

Ein weiterer Nachteil, der Frauen in diesem Alter ereilen kann ist, dass man sich in diesem Alter bereits an gewisse Routinen in seinem Leben gewöhnt und das Leben mit dem Partner sehr eingespielt ist. Man ist vielleicht ein wenig unflexibler geworden. Mit einem kleinen Baby ist allerdings sehr viel Flexibilität gefragt. Schlaflose Nächte, schwerer planbare Verabredungen, weniger Freizeit – also nur noch wenig von festen Ritualen und Abläufen. 
Gerade, wenn diese Routine über mehrere Jahre bestand, kann eine solch große Umstellung schwerer fallen, als einer Frau mit Mitte / Ende 20. 

Ebenfalls neigen Frauen mit 35 Jahren häufiger dazu, besorgter zu sein als jüngere Frauen. Das liegt vielleicht auch mitunter daran, dass ihre Schwangerschaft von Beginn an als Risikoschwangerschaft attestiert wird, eine so „späte“ Schwangerschaft aber auch oftmals in ihrem Glauben, die letzte Chance auf ein eigenes Baby sein könnte. 

Doch der Druck und auch die Sorgen, die sich die Frauen damit machen, ist alles andere als förderlich für die –gewünscht- unkomplizierte Schwangerschaft.
 
Frauen, die mit 35 Jahren oder später schwanger werden, neigen außerdem dazu, ein bisschen besorgter zu sein als jüngere Frauen. Das liegt zum einen daran, dass ihnen (zwar erst mal nur theoretisch) eine Risikoschwangerschaft attestiert ist, aber auch an ihrem Glauben, dass ihre Schwangerschaft vermutlich die letzte Chance auf ein eigenes Baby sein könnte. Doch der Druck und auch die Sorgen, die sich die Frauen damit machen, sind alles andere als förderlich für eine unkomplizierte Schwangerschaft.

Ebenfalls kann es schnell passieren, dass Schwangere in einem solchen Alter oftmals von gleichaltrigen, die vermutlich bereits Mutter geworden sind, ständig auf die Risiken und weitere Faktoren aufmerksam gemacht werden. Ebenfalls kann es auch schnell sein, dass sich die Mutter unwohl in Geburtsvorbereitungskursen fühlen, neben all den „jungen“ Müttern. 

Glücklicherweise ist es Dank der Medizin und vielen gesellschaftlichen Veränderungen für Frauen jenseits der 30 immer seltener ein Problem, ein Kind zu bekommen. Man wird gesellschaftlich nicht mehr so extrem wie noch vor ein paar Jahren als „alte Mutter“ wahrgenommen und hat mehr Möglichkeiten, sich ausreichend um das Kind zu kümmern. 

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