Gesundheit

Hautausschlag beim Baden: Zerkarien tummeln sich in Badeseen

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Wer nach dem Baden Hautausschlag bekommt, sollte über einen Parasitenbefall nachdenken

Es ist ein wunderschöner Sommertag, der Badeausflug war wunderschön – dennoch sind die Folgen mehr als unangenehm. In Badeseen wimmelt es im Sommer von Zerkarien, den kleinen Larven von Saugwürmern.

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Zerkarien überleben im Badegewässer nur 48 bis 60 Stunden. Gerade im Sommer werden sie zum Problem, da sie bei Wassertemperaturen ab 20 Grad ihren Zwischenwert, die Wasserschnecke, verlassen, um sich auf die Suche nach ihrem nächsten Wirt, einen Wasservogel zu machen.

Eigentlich war dieser Saugwurm nur in Afrika bekannt, in den letzten Jahren verbreitet er sich allerdings immer mehr auch bei uns in Europa. 

Dabei passiert es oft, dass die kleinen Larven des Saugwurms uns Menschen mit ihrem eigentlichen Wirt, dem Vogel,  verwechseln.
Wenn sich die Parasiten nun stattdessen in unsere Haut bohren, reagieren wir mit Hausausschlag – der Badedermatitis.

Diese Hautkrankheit ist zwar meist harmlos, sollte aber dennoch nicht unterschätzt werden. Denn in seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen. Besonders bei Kindern sollten wir den Ausschlag genauer im Auge behalten.

Alarmierend!

Allerdings wurden in den letzten Jahren vermehrt Fälle einer Infektion mit den ausgewachsenen Saugwürmern festgestellt. Dieser durchdringt nämlich die Hautbarriere und gelangt somit in unseren Organismus, vor allem also in unsere Blut- und Lymphgefäße – dafür benötigen sie nur wenige Minuten.

Schistosoma oder auch Pärchenegel nennt sich dieser bis zu zwei Zentimeter große Saugwurm. Er  ernährt sich von Blutbestandteilen.
Nach zwei bis drei Tagen erreicht die Larve das Blut. Von dort wandert sie zu dem von ihr bevorzugten Organ – je nach Wurmart kann es die Leber oder die Milz, der Darm, die Harnwege oder die Blase sein. In den Organen können sie einige Jahrzehnte verbleiben. 

Eine direkte Erreger-Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Trotzdem sind weltweit rund 200 Millionen Menschen infiziert. 

Behandelt wird diese Wurmerkrankung mit gängigen Mitteln gegen Wurminfektionen. Die Krankheit kann gut behandelt werden. Einen vorsorglichen Schutz, also eine Impfung, gibt es derzeitig allerdings noch nicht. 

Symptome einer Badedermatitis

Die Stärke der Reaktion auf die Zerkarien hängt von der Masse des Befalls ab. Ist das Wasser nur leicht besiedelt, verspüren wir kurz nach dem Baden einen prickelnden Juckreiz an der Stelle, an der die Larven sich in unsere Haut gebohrt haben.
24 Stunden nach einem Badeaufenthalt können rote Flecken entstehen, die sich im Laufe von zwei bis drei Tagen zu mückenstichartigen Quaddeln entwickeln und jucken.

Dies ist eine Reaktion unserer Immunabwehr auf die Parasiten, die in unserer Haut stecken. Mit der Zeit sollte der Ausschlag aber wieder schrumpfen, ehe er nach spätestens 18 Tagen schließlich verschwindet.
Der Mensch ist für die Zerkarien ein Fehlwirt. Daher stecken sie zwar in unserer Haut, sterben dort allerdings, sodass sie für uns nicht schädlich sind. Auch vom Verschlucken der Larven geht keine Gefahr aus!

Wie schütze ich mich vor Zerkarien?

Zerkarien liegen in flachen, warmen Badegewässern auf der Lauer. Daher sollte sich möglichst kurz im Ufergebiet aufgehalten werden. Ebenfalls sollte nach dem Badespaß in öffentlichen Gewässern möglichst schnell die Badekleidung gewechselt, sich geduscht und abgetrocknet werden.

 

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