Gesundheit

​Kartoffel als Krankmacher - eine Familie vergiftet sich selbst an der Knolle

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Was wir bei dem Verzehr der vielseitigen Knolle beachten sollten

Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln, Kartoffelgratin, Pommes, Kartoffelbrei. Der Erdapfel hat allerlei Leckerein zu bieten - aber Achtung: zu viel Kartoffel kann krank machen!

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Eine Familie aus Stuttgart hat sich mit einem beachtlichen Vorrat an Kartoffeln eingedeckt und diverse Gerichte daraus gekocht. Nach kurzer Zeit traten Bauchschmerzen und Übelkeit auf. Die Eltern wandten sich an die örtliche Lebensmittelüberwachung. Von dort aus wurden die Nachtschattengewächse zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Stuttgart geschickt, wo festgestellt wurde, dass die Kartoffeln einen hohen Glykoalkaloidgehalt von 236 Milligramm pro Kilo aufwiesen. 

Pflanzengifte können Lähmungen hervorrufen

Die Pflanzengifte werden von der Kartoffel selbst gebildet, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung berichtet, dass durch den Verzehr bei Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und sogar Angstzustände, Sehstörungen oder Krämpfe auftreten können. Im schlimmsten Fall kommen Herzschwäche, Atemnot und Lähmungserscheinungen hinzu.

Grenzwert der WHO ist zu großzügig

Wissenschaftler konnten den Glykoalkaloidgehalt der Kartoffeln mittlerweile durch die Art der Züchtung minimieren. Dennoch kommt es ab und zu zu Vergiftungen durch die Knolle. Die Weltgesundheitsorganisation hat 200 Milligramm des Pflanzengiftes pro Kilogramm als Grenzwert festgelegt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat nun entschieden, dass es sinnvoll sei, den zulässigen Höchstgehalt für Speisekartoffeln auf 100 Milligramm pro Kilo zu verschärfen. 

Keine Panik 

Die vielseitige Knolle kann dennoch ohne Bedenken verzehrt werden. Um sich mit einer handelsüblichen Kartoffel zu vergiften, muss eine erhebliche Menge zu sich genommen werden, die deutlich über einem Kilo liegt. Ein paar Dinge sollte man als Kartoffelliebhaber trotzdem beachten:

  • Bitterer Geschmack der Kartoffel ist ein Hinweis darauf, dass sich bereits viele Giftstoffe in der Pflanze gebildet haben.
  • Kartoffeln im Dunkeln lagern. Bekommen sie zu viel Licht, entwickeln sie Giftstoffe, werden grün und verschrumpelt.
  • Keimlinge sollten großzügig weggeschnitten werden.
  • Da sich die Giftstoffe in der Schale befinden, sind große Kartoffeln den kleinen vorzuziehen, da dort das Verhältnis zwischen Schale und Volumen besser ist.
  • Außerdem sollten Kartoffeln großzügig geschält werden, um alle Bitterstoffe, die in und unter der Schale sitzen, zu entfernen.
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