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"Super-Zecke" in Deutschland verfolgt ihre Opfer!

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Neue Eigenschaft über eingeschleppte Zeckenart bekannt!

Die eingeschleppte Hyalomma-Zecke verfolgt ihre Opfer über mehrere Meter hinweg. Es wurden in den letzten Jahren einige Exemplare in Süddeutschland gefunden. Die Uni Hohenheim bittet um Einsendung aufgefundener Hyalomma-Exemplare.

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Während im Jahr 2015 und 2017 jeweils ein Exemplar der tropischen Zecke gefunden wurde, waren es im vergangenen Jahr bereits sieben Krabbeltiere. Wissenschaftler der Universität Hohenheim wollen aus diesem Anlass nun herausfinden, ob die Hyalomma-Zecke tatsächlich bei uns Fuß gefasst hat und welche Krankheiten sie überträgt. Dafür bittet sie die Bevölkerung um Einsendung aufgefundener Exemplare.

Die tropische Zecke

Die Hyalomma-Zecke ist wesentlich größer als die heimische Zecke zusätzlich auch noch widerstandsfähiger. Ihre Beine sind auffällig gelb-braun gestreift und sie kann besonders schnell laufen. In ihrer Heimat Asien, Afrika, Südamerika und Südeuropa kann sie das Arabisch Hämorrhagisches Fieber und das Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber auslösen. Die in Deutschland gefundenen Exemplare trugen jedoch keine dieser Erreger in sich, sondern Erreger einer Form des Zecken-Fleckfiebers. Die Krankheit kann unbehandelt tödlich sein. 

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Sie verfolgt ihre Opfer

Experten gehen davon aus, dass die Larven der Hyalomma-Zecke mit Zugvögeln nach Deutschland gebracht wurden. Wenn sie ausgewachsen sind, sind sie in der Lage, Larven zu legen und somit ihren Bestand ihrer Art zu sichern. 

Eine erwachsene Zecke hat Durst auf sehr viel Blut. Sie braucht Großtiere wie Rinder, Pferde oder eben uns Menschen. Die Hyalomma-Zecke wartet nicht wie die altbekannte Holzbock-Zecke darauf, dass jemand vorbeiläuft, an den sie sich hängen kann, sondern geht aktiv auf die Jagd. Hat sie einmal ein Opfer ins Visier genommen, lässt sie nicht mehr locker und verfolgt es über fünfzig, zur Not auch über hundert Meter. 

Dieses Jagdverhalten macht es für Wissenschaftler schwierig, sich einen Überblick über die Verbreitung der tropischen Zecke in Deutschland zu verschaffen. Deshalb bitten die Forscher die Bevölkerung um Hilfe: Wer eine Hyalomma-Zecke sieht, soll sie einfangen, oder wenn sie sich an etwas festgebissen hat, mit einer Pinzette entfernen und einschicken. 

Mit Angaben zu Datum und Fundort: Universität Hohenheim, Ute Mackenstedt, Fachgebiet Parasitologie, Emil-Wolff-Straße 34, 70599 Stuttgart. Weitere Infos unter: zecken.uni-hohenheim.de

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