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Weitere Warnstreiks in Baden und der Pfalz

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Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst und Nahverkehr hält weiter an!

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigt für Mittwoch, den 14. Oktober, in Südbaden und der Pfalz flächendeckende Warnstreiks an. Es geht um einen Tarifvertrag für bundesweit rund 87.000 Beschäftigte.

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Warum wird gestreikt?

Die Gewerkschaften fordern schon seit längerem 4,8 Prozent mehr Lohn. So sollen Betroffenen bei einer Laufzeit von 12 Monaten also mindestens 150 Euro mehr pro Monat zugesichert werden. Für Praktikanten und Azubis geht es um 100 Euro mehr pro Monat. Pflegekräfte fordern außerdem eine Erhöhung des Samstagszuschlags, Änderungen der Pausenregelung und weitere Zulagen von 200 Euro.

Warum ausgerechnet während Corona?

Gerade während der Corona-Krise wurde deutlich, wie wichtig die Arbeit im öffentlichen Dienst sei, so Petra Kilian, stellvertretende Vorsitzende der GEW Baden-Württemberg. Gerade Beschäftigte in Pflege, Gesundheit, Erziehung oder auch Sozialarbeiter verdienen laut ihr mehr Anerkennung als nur Applaus für ihren Einsatz.

Franka Weis, Pflegekraft im Kreiskrankenhaus Emmendingen sagt dazu: 

Wir wissen, dass die Arbeit hoch anspruchsvoll ist, hohe Verantwortung hat und hohe körperliche und psychische Belastung damit einhergehen. Insofern wäre schon die Erwartung der Beschäftigten, dass auch ein Angebot - und zwar ein akzeptables - auf den Tisch gelegt wird. Das ist mitnichten der Fall und das empfinden die Kolleginnen auch wirklich als unverschämt und 0,0 wertschätzend.

Laut Landesbezirksleiter Martin Gross wollten Arbeitgeber diese Tarifrunde in diese schwierige Zeit legen, weil sie glaubten, dass Beschäftigte sich nicht trauen würden für ihre Interessen einzustehen. Aus diesem Grund wollten die Gewerkschaften jetzt ein Zeichen setzen.

Wer ist betroffen?

Zuletzt kam es Ende September in Mannheim zu Streiks im öffentlichen Nahverkehr, letzte Woche auch in städtischen Kitas. Der öffentliche Nahverkehr streikte vergangene Woche auch in Karlsruhe. In dieser Woche kommt es nun zu Arbeitsniederlegungen in Südbaden, konkret in Freiburg, Lörrach und Offenburg. Dort sind Kitas, Stadtverwaltung, Landratsämter, Müllabfuhr, Bäder, Kliniken, Sparkassen, Theater und Nahverkehr betroffen. Diese sollen in einem verantwortlichen Rahmen heruntergefahren werden. In Freiburg streikt die Verkehrs-AG ab Mittwoch 3:00 Uhr morgens für 24 Stunden. In dieser Zeit wird es keinen Stadtbahnverkehr geben und nur vereinzelte Buslinien werden betrieben.

Am selben Tag kommt es auch in der Pfalz zu Streiks im öffentlichen Dienst. Unter anderem in Ludwigshafen, Kaiserslautern, Speyer und Worms werden die Streikenden durch Autokorsos, Demozüge und Versammlungen auf verschiedenen Plätzen auf ihre Situation aufmerksam machen.

Ebenso wird es am Mittwoch in der Pfalz und dem Saarland in insgesamt 14 Kliniken für 24 Stunden zum Streik kommen. Betroffen in der Pfalz sind die Kliniken Ludwigshafen und Worms, das Pfalzklinikum, sowie die Westpfalz-Kliniken Kaiserslautern und Kusel. Die Notversorgung ist aber in allen Krankenhäusern gewährleistet.

Zur nächsten Verhandlungsrunde kommt es dann in der kommenden Woche am 22. und 23. Oktober. Bis dahin sind noch keine weiteren Streiks angekündigt. Kann keine Einigung erzielt werden, so könnte allerdings mit weiteren bundesweiten Streiks gerechnet werden.

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