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Nachbarschaftsgespräch Dialekt für mehr Sprachvielfalt in der Region

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Eine Initiative des Staatsministeriums Baden-Württemberg

Es wird immer weniger Dialekt gesprochen. Dabei ist Dialekt doch eine gemeinsame Sprache einer Region die zu Verbundenheit führt und zum Teil der Identität gehört. Eine Möglichkeit zur Dialekterhaltung bietet das digitale Nachbarschaftsgespräch Dialekt- Eine Veranstaltungsreihe des Staatsministeriums Baden- Württembergs mit dem Ziel die Dialekte zu stärken.

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Es haben schon Nachbarschaftsgespräche für schwäbisch und alemannisch stattgefunden. Jetzt folgt noch das Nachbarschaftsgespräch Dialekt für den Norden Baden-Württembergs am 7. Juni. Dafür kann man sich noch bis zum Veranstaltungstag anmelden

Wie heißt jemand, der beim Essen wählerisch ist?

Im Vorfeld bekommt man einen Fragebogen zum Ausfüllen. Neben Angaben zu Person und Wohnort wird da unter anderem auch gefragt, wie man Kartoffeln, Feldsalat, Marmelade, Abendessen oder jemanden nennt, der beim Essen wählerisch ist.

Bei dem Nachbarschaftsgespräch, das per Videokonferenz stattfindet, fassen die Organisatoren zunächst die Ergebnisse der Fragebögen zusammen. Dann werden die Teilnehmer in kleine Gruppen aufgeteilt, um ihre Projekte vorzustellen, sich darüber auszutauschen und zu vernetzen. 

Heidi macht sich fürs Allemannische stark

Heidi Zöllner hat am Nachbarschaftsgespräch Dialekt für den alemannischen Sprachraum am 17. Mai teilgenommen. Sie wohnt in Hausen im Wiesental und ist Gruppenleiterin der Muettersproch-Gsellschaft Gruppe Wiesental. Sie ist außerdem Autorin und Trägerin des Mundart-Preises. Sie macht sich schon seit vielen Jahren für das Alemannische stark. Unter anderem organisiert sie Besuche von alemannischen Dichtern in Schulen. Außerdem gibt es in ihrem Heimatort Hausen seit über zehn Jahren ein alemannisches Projekt, bei dem Schüler im Johann Peter Hebel Haus Aufgaben lösen müssen.
 

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Beispiele aus Hausen

 
Heidi Zöllner hat im Vorfeld des Nachbarschaftsgespräches viele Menschen aller Altersgruppen angesprochen und jeder war bereit, einen Fragebogen auszufüllen. Jüngere haben ihr rückgemeldet, dass sie es wichtig finden, dass Dialekt nicht nur an der Fasnacht in Versen sondern ganz selbstverständlich im Alltag Dialekt gesprochen wird und ältere Mitbürger:innen wünschen sich mehr alemannisch in Radio (machen wir ja schon :)) und Fernsehen.

Mit unseren Mundart- Morgen, bei dem eine Woche lang im Dialekt moderiert wird, setzten wir uns als Sender immer wieder als Ziel Dialekte aus Baden und der Pfalz den Hörerinnen und Hörern näherzubringen- und das mit Erfolg. Der Mundartmorgen kommt gut an und wurde mit dem LFK-Medienpreis ausgezeichnet. 
 

 
Kinder lernen weniger Dialekt?

Heidi Zöllner führt dies auf ein Vorurteil in den 60er Jahren zurück. Dieses Vorurteil, laut dem die Kinder, die Dialekt sprechen, Probleme in der Schule haben sollen, widerlegen Hirnforscher und behaupten sogar das Gegenteil.  
Laut der Mundart-Autorin ist es wichtig, Kindern beizubringen, dass jede Sprache sehr wertvoll sei. So nicht nur Fremdsprachen, sondern eben auch der Dialekt. 

Es haben bereits Nachbarschaftsgespräche für schwäbisch und alemannisch stattgefunden. Am 07. Juni folgt die Veranstaltung jetzt für den Norden Baden-Württembergs. Bis zum Veranstaltungstag kann man sich hierfür noch anmelden.  

Ein tolles Projekt, das viel Hoffnung zum stärkeren Verbreiten des Dialekts mit sich bringt.  

 

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"Jede Sprache ist wichtig, auch der Dialekt"

 

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