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Gesundheit

Verdauunsschnaps, warme Mahlzeit und Co. - Diese Ernährungsmythen sind falsch

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Viele dieser Ratschläge halten sich seit Jahren

​Keine Kohlehydrate nach 18 Uhr, Kaffee ist schädlich und am Tag muss man mindestens zwei Liter Wasser trinken. Das alles sind Ernährungsmythen, die sich seit Generationen halten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie auch wahr sind. Zwei Experten klären auf.

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Ernährung ist ein strittiges Thema

Ernährung ist ein vielseitiges Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt. So gibt es zum Beispiel einige Ernährungsweisheiten, die uns schon unsere Oma erzählt hat. Stimmen tun allerdings nicht alle, wie Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Monika Bischoff, Vorstandsmitglied im Berufsverband Oecotrophologie, und Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung wissen. Die Experten sprechen im Magazin Stern über diese Mythen und versuchen Klarheit zu schaffen.

Mythos 1: Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Zum Thema Kaffee gibt es viele Empfehlungen, beispielsweise wann er getrunken werden soll oder ob er nun wirklich gesund ist. Etwas das sich aber besonders hartnäckig hält, ist der Spruch: „Kaffee entzieht dem Körper Wasser“. Laut Silke Restemeyer schadet es zwar nicht, zusätzlich zum Heißgetränk ein Wasser zu trinken, notwendig sei es allerdings nicht. Grund: Kaffee ist in der Flüssigkeitsbilanz mit einbezogen. Heißt also: Ein Erwachsener sollte pro Tag sowieso ca 2,5 Liter trinken. Wer seinen Wasserbedarf genau berechnen will, kann folgende Faustformel anwenden: Das Körpergewicht mit 0,03 multiplizieren. Allerdings gilt das nicht, sollte man krank sein oder viel Sport machen. Hier ist noch mehr trinken zu empfehlen.

Mythos 2: Dunkles Brot ist gesünder als helles Brot

Egal, ob Vollkornbrot- oder Nudeln, beides gilt im Vergleich zum Weizenprodukt als gesünder. Dieser Meinung ist auch Silke Restemeyer:

Lebensmittel aus Vollkorn sättigen länger und enthalten mehr Nährstoffe als Weißmehlprodukte.

 
Allerdings sollte man beachten, dass dunkle oder körnige Brötchen/Brote nicht automatisch ein Vollkornprodukt sind. Denn: Mit Malzextrakt beispielsweise können Brot oder Brötchen dunkler gemacht und Körner oberflächlich hinzugefügt werden.

Mythos 3: Gefrorenes Essen verdirbt nicht

Die Aussage, dass gefrorenes Essen nicht verdirbt, ist falsch. Irgendwann wird nämlich auch das schlecht. Allerdings sei Einfrieren eine empfehlenswerte Methode, um Lebensmittel mittel langfristig aufzubewahren, so Silke Restemeyer. Mit der Zeit kommt es allerdings trotzdem zu Abbauprozessen im Essen, sprich die Lebensmittel schmecken dann nicht mehr. Deswegen rät die Expertin:

Wer die Verpackung direkt mit Einfrierdatum, Menge und Inhalt beschriftet, behält einen besseren Überblick über seinen Vorrat.

 
Mythos 4: Käserinde darf man nicht mitessen

In diesem Fall kann man keine eindeutige Antwort geben. Denn: Ob man die Käserinde mitessen darf oder nicht, hängt davon ab, wie diese entstanden ist. Der Experte Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung sagt gegenüber dem Stern:

Natürlich gereifte sowie unbehandelte Käserinden sind essbar und geben wie etwa bei Edelschimmelkäse ein besonderes Aroma.

 
Diese kann man also verzehren. Käserinden aus Kunststoff oder Wachs oder sollte man hingegen nicht essen. Das müsste dann auch auf der Verpackung zu lesen sein.

Mythos 5: Der grüne Tomatenstrunk ist giftig

Viele Menschen entfernen beim Tomatenschneiden den Stunk, also die grüne Stelle des Gemüses. Diese gilt als giftig, da sie Solanin enthält. Harald Seitz erklärt, dass dieser Stoff der Pflanze als Abwehr gegenüber Schädlingen dient. Es kann bei Menschen Kopf- und Bauchschmerzen auslösen - allerdings nur, wenn man besonders viel davon aufnimmt. Dafür müsste man eine riesen Menge an unreifen Tomaten oder Stünke essen, was normalerweise nicht vorkommt.

Mythos 6: In der Schale von Obst und Gemüse stecken die meisten Vitamine

Dieser Mythos ist wahr. Deshalb sollte man Obst und Gemüse auch wenn möglich mit Schale essen. Hier überwiegt der positive Gesundheitseffekt die mögliche Gefährdung durch eventuell zu findende Pestizide in der Schale.

Mythos 7: Einmal täglich muss warm gegessen werden

Egal, ob morgens oder abends, einmal am Tag sollte man eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Das ist ein Mythos, der sich schon sehr lange hält. Allerdings kommt es auf die Temperatur, also auch den Kochgrad des Essens nicht wirklich an. Viel wichtiger ist es, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Heißt also: Ein Gleichgewicht aus Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett, Vitaminen und Mineralstoffen.

Mythos 8: Superfoods machen fit und beugen Krankheiten vor

Diese Aussage stimmt nur teilweise. Als Superfood werden Nahrungsmittel bezeichnet, die besonders viele Nährstoffe haben. Diese sind bekanntlich gut für unsere Gesundheit. Ob ein Nahrungsmittel allerdings eine bestimmte Krankheit vorbeugen kann, hängt davon ab, um welches es sich handelt. Monika Bischhoff sagt:

Heimisches Superfood wie zum Beispiel Kohl ist gesund und macht fit.

 
Abraten würde die Expertin von exotischen Lebensmitteln wie Chiasamen oder Acaipulver. Generell ist es aber so, dass Superfoods unter Experten äußerst umstritten sind.

Mythos 9: Ein Schnaps nach dem Essen hilft der Verdauung

„Trink einen Schnaps, dann geht’s dir besser“ ist ein Rat, der sich schon besonders lange hält. Oft greifen Menschen dann nach einem üppigen Essen zu den kleinen Helferchen, um durch sie schneller zu verdauen. Aber: Dieser Mythos ist falsch, so Silke Restemeyer. Fakt ist allerdings, dass Alkohol die Produktion von Magensäure anregt und ein Enzym zur Eiweißverdauung im Magen stimuliert. Und: Es hat eine betäubende Wirkung auf die Nerven im Magen. Restemeyer weiß allerdings:

Er hilft aber nicht bei der Fettverdauung.

 
Es ist eher so, dass durch fettreiche Kost mit Alkohol langsamer verdaut wird.

Mythos 10: Abends essen macht dick

Auch dieser Mythos ist vielen bekannt. Abends wenig essen und keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr, dann wird man auch nicht dick. Das ist allerdings komplett falsch. Monika Bischhoff erklärt:

Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt, nimmt zu. Wer zu wenig Kalorien zu sich nimmt, nimmt ab.

 
Außerdem sagt sie, dass es für normalgewichtige Menschen egal sei, wann sie ihre Mahlzeit einnehmen. Allerdings betont sie:

Wer abnehmen möchte, kann aber trotzdem ausprobieren, abends auf das Essen zu verzichten.

 
Viele Menschen tuen sich leichter, wenn sie am Abend auf etwas verzichten als im Vergleich zum Rest des Tages.

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